Sonntag, 5. Dezember 2004
PISA und ich
Ja, jetzt kommt langsam die Hauptschule ins Visier der Öffentlichkeit. Die Restschule wird als Problem wahrgenommen - zumindest von einigen.
Die Politik wiegelt immer noch ab, die hessische KUMI hat nichts begriffen oder, was viel wahrscheinlicher ist: Die Hauptschule ist ihr wie den anderen Politikern einfach scheißegal. Ihre Wähler haben ihre Kinder in Gymnasium und vielleicht auch noch in der Realschule.
Wulf hat hier in Niedersachsen nur durch die populistische Forderung nach Abschaffung der Orientierungsstufe gewonnen (polemisierende Behauptung, ich weiß). Populismus für die Mittel- und Oberschicht. Schließlich wollten vor allem die Gymnasialeltern, dass ihre Kinder nicht mehr mit den Restschülern zusammen unterrichtet werden. Den Verlust an sozialer Kompetenz kann man in diesen Kreisen vielleicht verschmerzen.
[sorry für die Polemik, aber es musste mal raus]

Für mich ändert sich durch diese Diskussion nichts. Die Probleme werden nicht weniger. Aber ich habe mir zumindest eine Art Konzept gemacht wie ich mit meiner Überforderung umgehen werde.
Stufe 1 ist die weitere Verringerung meiner Stundenzahl (ab Sommer). In der Hoffnung, dass dadurch etwas mehr Energie übrig bleibt, könnte ich mir entweder mehr Ausgleich in Freizeit/Privatleben gönnen oder mich irgendwie weiterbilden, um mit dem Job besser umzugehen. Oder ich beginne tatsächlich, mich massiv für eine andere Schulpolitik einzusetzen. Ein Kampf gegen Windmühlenflügel, den ich wohl allein eh nicht führen könnte. Aber wo sollte ich mitmachen? Die GEW ist mir jedenfalls zu sehr ideologisiert...

Stufe 2 wäre nach erfolgloser erster Stufe: Versetzungsantrag.

Die letzte Stufe, wenn auch das nicht hilft: Ein anderer Job...

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Freitag, 26. November 2004
Hoffnung für die Pressefreiheitvielfalt
jedenfalls im Südniedersächsischen.
Vier Stunden dauerte vorhin die Gründung der Genossenschaft für die "Göttinger Wochenzeitung". Ein vor allem linkes Gegengewicht zur Monopol-Tageszeitung "Götti*nger Tag*eblatt" soll diese Zeitung werden, ein Sprachrohr für all das, was im Madsack-Mainstream unterzugehen droht.
Eine Podiumsdiskussion eröffnete den Reigen. Interessant die Erzählungen des Bremer taz-Redakteurs, die taz ist neben der Jungen Welt die einzige Genossenschaftszeitung in D.
Später die konstituierende Sitzung: Bis wir Gründungsmitglieder alle unterschrieben hatten, verging viel Zeit, die mit Diskussionen gefüllt wurden. Aber es gab kaum echte Reibungspunkte. An einigen Dingen muste herumdiskutiert werden, aber immer sehr vernünftig und nicht um des Diskutieren willens. Sehr hilfreich war die kompetente Leitung durch einen Genossenschaftsverbands-Menschen, der immer bremsen konnte, wenn es unklar wurde.
Die Personalfindung für Aufsichtsrat und Vorstand verbrauchte noch einige Zeit, aber um halb zehn war alles in trockenen Tüchern und ich zog die Flucht der Kürbissuppe vor, weil ich irgendwie angeschlagen und vor allem müde bin. Und morgen will ich nach Frankfurt , eine gute Freundin besuchen. Hoffentlich bin ich fit genug.

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Donnerstag, 25. November 2004
fast Winter
no words just pictures





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Mittwoch, 24. November 2004
nebensonnig
Die Sonne hat ja schon gute Arbeit geleistet heute. Sie war schon fast zu hell. Jedenfalls wenn man ihr entgegen radelt und sie sich dabei in zugefrorenen Pfützen spiegelt. Nach der langen Regenpause tut das Radfahren jedenfalls gut, auch bei fast-Dauerfrost...
Und die Sonne bekam Verstärkung:

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Montag, 22. November 2004
PISA hat wohl doch Recht...
Heute war ich nahe dran, zum ersten Mal eine Stunde abzubrechen. Vermutlich dürfte ich das gar nicht. Aber ich habs ja auch nicht getan. (So ein feiger fauler Sack!) Und das ganze auch noch in einer 9. Realschulklasse.

Eigentlich dachte ich, es wäre eine simple Sache so ein Versuch zur Neutralisation. Es ging einfach nur darum, eine Säure und eine Lauge zusammenzugießen, um dann mit Hilfe eines Indikators den Neutralpunkt zu finden.
Im ersten Durchgang sollten sie nur üben, also feststellen, wie denn so der Indikator reagiert.

Eigentlich hatte ich auch alles klar und deutlich erklärt (aber weder ein Arbeitsblatt noch einen detaillierten Tafelanschrieb gemacht, weil es ja eigentlich recht einfach war...), aber es folgte ein unglaubliches Chaos.
Die Leute waren noch nicht einmal in der Lage, sich die an verschiedenen Orten stehenden Standzylinder mit den Lösungen zu holen. Dann hatte ich ihnen zwei Reagenzgläser mit Indikator gegeben, eins zum Üben, eins für danach. War auch zuviel. Nun fragte der Oberdussel, ob denndie Lösungen einzeln in verschiedene RGs kämen (ich hatte es nur ziemlich deutlich an die Tafel GEMALT.
Andere ferkelten auf den Tischen rum, ein anderer schmierte sich die Säure an den Mund. Über all dem eine ziemlich Unruhe, die konzentriertes Arbeiten unmöglich machte.

Irgendwann hatte ich die Faxen dicke. ich brach den Versuch ab. Eigentlich hätten sie die Lösung ja noch Eindampfen sollen, aber dieses Chaos auch noch mit Bunsenbrennern weiterführen? Da kann ich ja auch gleich freiwillig in den Knast gehen.
Völlig undidaktisch habe ich die Ergebnisse angeschrieben, die Lösung selbst eingedampft und ihnen das Salz lieblos unter die Nase gehalten.

Irgendwie ist das nur noch mit Galgenhumor zu ertragen............

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